Künstlerhaus Dortmund
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Ausnahmezustand: 30 Jahre Künstlerhaus Dortmund


31. August bis 6. Oktober 2013
Eröffnung: Freitag, den 30. August um 20 Uhr 

Grußwort: Ullrich Sierau, Oberbürgermeister der Stadt Dortmund
Im Anschluss an die Eröffnung wird gefeiert. DJ Bobby und DJ Pille legen auf.

Offene Ateliers: Samstag, 31.8. und Sonntag, 1.9. von 14 bis 19 Uhr


Das Künstlerhaus Dortmund präsentiert aus Anlass seines 30-jährigen Bestehens einen Querschnitt durch die Arbeiten aller Mitglieder und Künstler im Netzwerk (K.i.N.). Das riesige Haus wird zum Anlass genommen, an allen Ecken und Enden mit Kunst aufzuwarten – mit Fotografie und Malerei, Video und Sound, Skulptur, Objekt und Installation. Da sonst programmatisch nur thematische Gruppenausstellungen mit Künstlern von außerhalb des Hauses gezeigt werden, ergibt sich der Titel der Jubiläumsausstellung von selbst: Ausnahmezustand.


Eröffnung am 30. August


Beteiligte Künstlerinnen und Künstler:

Pat Arnao (K.i.N.), Christoph Bangert (K.i.N.), Patrick Borchers, Jörg Daniel (K.i.N.), Lisa Domin (K.i.N.), Laura Eschweiler, Rosa Fehr-von Ilten (K.i.N.), Anett Frontzek, Etta Gerdes (K.i.N.), Maria Gerdwilker (K.i.N.), Cornelius Grau, Ulrike Harbach, Horst Herz, Barbara Koch, Dagmar Lippok (K.i.N.), Linda Opgen-Rhein (K.i.N.), Willi Otremba, Gaby Peters, Dirk Pleyer, Rona Rangsch, Arno Schidlowski (K.i.N.), Maria Schleiner, Ulrike Stockhaus (K.i.N.), Jens Sundheim, Elly Valk-Verheijen, Adriane Wachholz, Caspar Walbeck, Ulrich Weber, Denise Winter, Marco Wittkowski (K.i.N.), Hannes Woidich (K.i.N.)

WDR-Radiobeitrag von Thomas Frank
(WDR3 in der Sendung Resonanzen vom 31.08.2013)




Pat Arnao (K.i.N.)


CREEP

Pat Arnao erforscht Erinnerung, Identität, die Auswirkungen der Zeit und die
Beziehung der Natur zur Schöpfung menschlichen Ursprungs. In CREEP untersucht Arnao das emotionale Wesen Mensch gemachter Materialien und die romantischen oder verführerischen Qualitäten, die wir diesen Dingen zuordnen. Diese unverhältnismäßige Aufwertung des materiellen spiegelt unsere eigene Auffassung des „Zum Sterben geboren“ seins und ist das Abbild einer natürlichen Bewegung in Richtung langsamer Verformung und letztendlichen Zerfalls.



Christoph Bangert (K.i.N.)


"Kindler Still 476", 2006/2013, Lambdaprint und Holz

Das digital generierte Bild beruht auf den biografischen Eckdaten aus dem Kindler-Malereilexikons. Die Geburts- und Todestage der Maler habe ich in geometrische Koordinaten übersetzt, so dass jede/r als ein exakt bestimmtes Rechteck re-präsentiert wird. Unberücksichtigt habe ich Maler, bei denen nicht bekannt war, an welchem Tag sie geboren wurden oder gestorben sind, oder wann sie sterben würden. Als Hommage an die Unerreichbaren, imaginiert Luftschloss Kindler 476 (still) so etwas wie einen Nachhall von Malerei.



Patrick Borchers



überzeichnet, 2013, Zeichenanimation in digitalem Bilderrahmen, 3:33 min, Maße variabel, Foto: Jens Sundheim

In der Animation überzeichnet, entfaltet Borchers ein raffiniertes Spiel mit Erwartungshaltungen und deren gezielter Enttäuschung. Auf einem Monitor ist eine stark abstrahiertes serielles Raster zu sehen, dessen visuelles Ausgangsmaterial, das Oberflächenmuster von Fotovoltaik-Panels, kaum noch erahnt werden kann. In regelmäßigen Zeitanständen fährt eine Linie über das Bildfeld. Ähnlich wie bei den Datenmonitoren in Krankenhäusern oder wissenschaftlichen Laboren scheint sich ein neues, aktualisiertes Bild einschreiben. In Borchers' Videoarbeit handelt es sich allerdings nicht um einen realen Prozess der Bilderneuerung, sondern um dessen wirkungsvolle Suggestion, das Bild ist nach jeden Durchlaufen der Linie unverändert. Der Betrachter hingegen bleibt unweigerlich bemüht, entsprechend dem bekannten Prinzip nach Veränderungen der Bildstruktur zu suchen.
(Aus: What You See Is What You Get _ oder auch nicht, Reinhard Buskies, In: WYSIWYG, S. 8, Hrsg. Reinhard Buskies für den Kunstverein Bochum e.V.)



Jörg Daniel (K.i.N.)


// METAMORPHOSIS NOW // Copyright 2011, Jörg Daniel, Foto: Jens Sundheim

// METAMORPHOSIS NOW // ist eine Arbeit über die aktuelle Situation der Obdachlosigkeit in Deutschland. Es handelt sich dabei um ein "soziales" Objekt, bestehend aus einem Kokon als „Schutzraum“, der obdachlosen Menschen ein gewisses Mehr an „Privatsphäre“ gewährt, als es die Standard-Pappkarton-Situation auf der Strasse tut. Der Kokon dient somit als Syonym für eine Zwischenlösung einer sich ins Positive verkehrenden Lebenssituation (Stichwort: Verpuppung), die gen Sesshaftigkeit und Normalität tendiert. „Ich schaffe mit dieser Arbeit auch eine emotionale Hülle sehr persönlicher Natur und mache diese nicht zuletzt auch durch die Verwendung wertiger Materialien für die Herstellung des Kokons deutlich“.(Jörg Daniel, April 2013)



Lisa Domin (K.i.N.)


Filmstill "Cowboys", 2011, 16mm digitalisiert, 5:30 min

Kurzfilmprogramm
"Fanfit", 2012, 16mm digitalisiert, 2:20 min
"Cowboys", 2011, 16mm digitalisiert, 5:30 min
"o.T.", 2011, 16mm digitalisiert, 1:10 min
"Teppich", 2010, 16 mm digitalisiert, 3:03 min
"Future World", 2012, Super 8 digitalisiert, 3:15 min
"Schwimmerin", 2007, Super 8 digitalisiert, 3:47 min



Laura Eschweiler



Schreddergutabsaugung, Aluminium, Gummi, Schrumpffolie, Größe: variabel,
Foto: Jens Sundheim

Eine Schreddergutabsaugung funktioniert mit dem Windsystem. Die Gradientkraft ist die treibende Kraft. Wichtigster Standortfaktor ist zirkulierende Luft. Ein Zuviel an Materie im Innenraum wird geschreddert, dann großzügig und dosiert im Außenraum verteilt. Die Größe der Skulptur, auch die Anordnung und Einstellung der Module bestimmt das verfügbare Luftvolumen, welches durch Einschrumpfen zum Formbestandteil wird.



Rosa Fehr-von Ilten (K.i.N.)


Ofenklappe. Lindemannstr. 6, Hinterhof, 2013, 110x140 cm, Acryl/Leinwand

Rosa Fehr setzt sich mit der Konstruktion der Wirklichkeit in Malerei und Installation auseinander. Reale oder fiktive Orte werden künstlerisch dokumentiert, verfremdet und so einer neuen Wahrnehmung zugeführt. Die Abbildung zeigt eine von 3 Arbeiten aus der Ausstellung "Von Hinterhöfen und anderen Unorten".



Anett Frontzek



EIN DUNKLER REISENDER AUF DEN TIEFEN DER NACHT, Ausschnitt aus der Installation für BLOWIN' FREE/Emscherkunst.2013, Foto Anett Frontzek, © Anett Frontzek & VG-BildKunst


„Die Recherche zu dieser Arbeit (entstanden für das BLOWIN' FREE-Containerdorf im Rahmen der EMSCHERKUNST.2013) bezieht sich auf in den Meeren lebenden Einzeller, die mit anderen Kleinstlebewesen im Ballastwasser der Containerschiffe um die Welt reisen. Am Ziel ihrer unfreiwilligen Reise werden die hoch spezialisierten Lebensformen in ein fremdes marines Ökosystem gespült, wo sie vergehen, heimisch werden oder als Invasoren eine ganze Lebensgemeinschaft verändern.“ (Anett Frontzek)



Etta Gerdes (K.i.N.)

Endliche Landschaft, Fotografie, 60 x 60 cm, 2007 - 2013, Auflage 5 + 2 AP

Zweimal am Tag wechselt das Wasser zu Land und zurück. Dies hat eine ganz eigentümliche Landschaft hervorgebracht, die sich in ständiger Veränderung befindet. In dieser langgestreckten Schwelle zwischen Land und Wasser ist der Mensch derjenige, der seit Jahrhunderten das Land schafft; nun werden die ansteigenden Meeresspiegel diesen Lebensraum überspülen. Ewigkeit gilt nur für das Wasser, nicht für das Land. (Etta Gerdes)



Maria Gerdwilker (K.i.N.)


"Maria" - Holz, Acrylfarbe - 64 x 131 x 80 cm

Auf grazilen Beinen stehend, schlängelt sich eine gerippeähnliche Form zu einer Achterbahn. Jegliches Jahrmarktattribut, wie blinkende Lichter oder Fahrgeräte, fehlt - einzig die Form als abstraktes Element bleibt sichtbar.




Cornelius Grau


Antrich I., Holz, Leinwand, Acrylfarbe und Lack, 200 x 150 x 305 cm, 2013
, Foto: Jens Sundheim

Die Arbeiten von Cornelius Graus aus Holz und Leinwandstoff befassen sich fast immer mit Alltagsgegenständen und naiven Phantasien. Die Objekte haben einen hohen Wiedererkennungswert und sind kontrastreich und knallbunt in klaren Linien und Flächen überinszeniert.



Ulrike Harbach


Kokerei Hansa, Fotografie auf Stahl, 150cm x 100cm, 2012

Die Arbeiten von Ulrike Harbach vermitteln außergewöhnliche Erlebnisse analoger Fotografie. Grund dafür ist das eindrucksvolle Wechselspiel des Mediums mit der besonderen Materialität des Bildträgers. In einem aufwändigen fotochemischen Prozess überträgt die Künstlerin Fotografien auf vorbehandelte Metallplatten.
Daraus ergeben sich faszinierende Kontraste zwischen den Strukturen des Untergrunds und den großflächig verfremdeten Schwarz-Weiß-Aufnahmen, deren Wirkung durch die Sepiatönung noch verstärkt wird.



Horst Herz


NOMADSLAND 2013

Screenings mit Filmemacher Horst Herz, livemusic: BURKHART WOLTERS, WANDERUNGEN + STREIFZÜGE "LOST PLACES"
Gezeigt werden Kurzfilme, Ausschnitte: „STREIFZUG“, „PHOENIX-FLIEGT“, „BE COOL“ und „LOVEPARADE B1“, Filmcollagen: „WANDERUNGEN“ (Part 2811-2815), VIDEO: sunville, Fotovideos: ROAD TO NOWHERE, Bonus: 16mm Projektionen



Barbara Koch


WARTERAUM I / VII. RUBBER SOULS, Installation, maximal ca. 600 Objekte,
ca. 5 - 50 cm Durchmesser, Höhe ca. 5 - 80 cm
, Foto: Jens Sundheim

Mich interessieren die Grenzen zwischen Versuchung und Vergiftung. Ich erzeuge Spannungsfelder zwischen Macht und Ohnmacht. Ich interpretiere Entfremdung.
In der seriellen Reihe meiner „Warteraum”- Installationen inszeniere ich Orte vermeintlichen Schutzes und gefährdeter Ruhe.
Warteraum VII.Rubber Souls kennzeichnet die Idee einer Umkehrung der Verhältnisse. Die Schwächsten übernehmen die Situation, so wie Orwell dies in „Animal Farm“ beschrieb. Wucherungen befallen, „besetzen“ und „beseelen“ den Raum aus allen Richtungen.


 
Dagmar Lippok (K.i.N.)


Studio, Tattooprints unter PVC Bodenbelag, 70 x 70 cm, Aus der Serie ´oberfläche´ 2009-2011

Grundlage der Collagen von Dagmar Lippok sind Dokumentarfotos, die von Tätowierern direkt nach dem Stechen gemacht wurden. Die Haut ist gerötet, aber noch nicht angeschwollen, der Blitz spiegelt sich in der Vaselineschicht auf der Haut. ´Bild vom Bild´ Abzüge verfremden die Originale, Ausschnitte der Hautflächen sind vergrößert und vervielfacht: die Fotografien erhalten malerischen Charakter.



Linda Opgen-Rhein (K.i.N)


ich muss stärker geworden sein, Tinte auf Papier, 14,8 x 210 cm, 2013

Mit meinen Illustrationen wirke ich an der Schnittstelle freie Kunst und Grafik. In diesem Falle handelt es sich um Illustrationen für eine Anthologie, die das Ergebnis eines Wettbewerbs für Nachwuchsschriftsteller ist , ausgerichtet von der Gesellschaft für Westfälische Kulturarbeit und der Gemeinde Ascheberg (Münsterland). Sie sind eine Kombination aus Schrift (Textauszüge der jurierten Texte) und gegenständlicher Zeichnung. Die Anthologie ist Bestandteil der Präsentation. (Linda Opgen-Rhein)



Willi Otremba


o.T., 2013
, Foto: Jens Sundheim
 
Vage indifferente Raumvorstellungen können vor meinen Bildern nicht durch eine endgültige Interpretation beruhigt werden. Die Wirkung einer Malerei, die explizit Farbe als Bildmotiv hat, lässt erkennen, dass Farbe nie in eine restlos definierbare Tatsache übertragen werden kann. Farbe selbst verbleibt immer im Bereich von nicht fixierbaren Erscheinungen. Der einzelne Betrachter ist jeweils Auslöser für das eigene aktuelle Bildgeschehen, ohne dass er dieses selbst willentlich regulieren könnte. (Willi Otremba)



Gaby Peters


Installation, Fortuna X14.3, 2012, 2,70 x 2,70 x 0,90 m, Aluminiumbleche, Motoren, Förderband, Trichtermechanismus, Stampfmechanismus, Foto: Hannes Woidich

Fortuna X/14.3 ist eine Glückskeks-Zerstampf-Maschine. Ihre überdimensionierten Proportionen betonen die Gleichgültigkeit, mit der sie die vergleichsweise winzigen Kekse zerdrückt, und führen den Prozess der industriellen Massenproduktion ins Absurde. Der gelbe Trichter ist gefüllt mit Glückskeksen, die über eine mechanische Vorrichtung einzeln auf das Förderband fallen, das sie unter den Stampfer transportiert, der den Glückskeks zerdrückt. Das für manche Menschen so wichtige Objekt (der Zettel mit der zukunftsweisenden Botschaft) fällt zusammen mit den Glückskeksstücken am Ende des Bandes auf einen Haufen schon zerbrochener Kekse. (Gaby Peters)



Dirk Pleyer
 

No Place Like Home, Foto: Denise Winter

Home.
A good friend, his hands full of brushes, guitars, pens, cameras.
A good friend who don‘t need to be understood.
A good friend who won`t leave.
I show my book of (un)realized ideas, made unintentionally, growing without any effort.
It feels like coming home.



Rona Rangsch


fyrir hafvillu fram, 3-Kanal-Video, 5:38 min, Norwegen/Neufundland, 2012

Die Arbeit thematisiert die Faszination und die Herausforderungen der transatlantischen Seereisen der Nordmänner aus der Zeit um 1000 AD und unterstreicht die Bedeutung des ersten belegten Kontaktes zwischen sog. Alter und Neuer Welt, der zugleich die Umkreisung des Planeten durch die Menschheit komplettierte.
Die 3 Kanäle zeigen (von rechts nach links entsprechend der Reisen von Osten nach Westen): Die Abfahrt in Norwegen, die Reise auf offener See und die Ankunft in der Neuen Welt. Der Titel ist alt-norwegisch und bedeutet 'vorwärts trotz der Gefahr, auf See verloren zu gehen'. Er reflektiert die erstaunliche Leistung der Atlantiküberquerung ganz ohne effektive navigatorische Geräte.



Arno Schidlowski (K.i.N.)


o.T. (Schmetterling)

Ohne konkrete Vorgabe oder fest umrissenes Ziel nähert sich Arno Schidlowski seinem Sujet, bereit spontan zu reagieren, wenn der besondere Moment gekommen scheint. Die instinktive und die rationale Wahrnehmung stehen dabei in einem Spannungsverhältnis und fokussieren sich  im Augenblick einer Fotografie. Sie beinflussen seine Suche nach Bildern und geben dem Betrachter seiner Werke vielschichtigen emotionalen Raum. Das Analytische und das Atmosphärische  verbindet sich in seriell angelegten Fotografien zu einer persönlichen Sicht auf das Universelle.



Maria Schleiner


turtle dreams, 2012/13, Videoprojektion, Zeichnungen auf Japanpapier, Tusche-/Kohlezeichnungen, Ausstellung: TurtleDragon, Kunsthalle m³ Atelierhaus Mengerzeile, Berlin (zusammen mit Gabriele Seifert), 2013, Foto: Jens Sundheim

„outside field/Außenbereich“- 2012 stand das Atelier während eines Stipendien-Aufenthaltes zunächst nicht zur Verfügung. Das Arbeiten draußen in der Elbtalauenlandschaft Brandenburgs bot sich an. Es entwickelt sich seit 2012 ein intensives zeichnerisches und dokumentarisches Arbeiten in der Landschaft,  vor allem in Brandenburg und später im Engadin. In das tief herabgleitende, dunkle Treppenhaus des Künstlerhauses wird durch eine Videoprojektion und installativ verwandtem Japanpapier Entsprechendes ins Haus zurückgeholt.



Ulrike Stockhaus (K.i.N.)


"ad infinitum" und "dancing with a mirror", Quicktime, Videos, DV-Pal, Ton, 2009


Die 2 Videoarbeiten sind während der Artist-Residency in Osaka, Japan,
die das Künstlerhaus 2008 organisiert hat, entstanden. Buddhistischer, transzendentaler Mönchsgesang und das Interieur eines Tempels stehen hier einer Gruppe Jugendlicher, die zu den Klängen eines Ghetto-Blasters vor einem Schaufenster rapt gegenüber. Der Sound verwebt oder trennt die Koexistenz unterschiedlichster kultureller Ebenen, die in Japan allgegenwärtig sind.



Jens Sundheim


aus der Arbeit "Realms of Science", 2013


Jens Sundheim erforscht in seiner Arbeit Lebenswelten, nahe und ferne, tatsächliche und mögliche. Idealvorstellungen und Utopien auf der einen Seite, fassbare Wirklichkeiten auf der anderen. Die Entwicklung städtischer Räume spielt in seiner Arbeit eine Rolle, ebenso wie Aspekte technologischen Fortschritts und wissenschaftlicher Forschung. Zeigt Fotografie in der Regel Vergangenes und Dagewesenes, schauen Jens Sundheims Bildwelten immer auch in die Zukunft.
Teils entstehen die Arbeiten mit der Kamera in der Hand – andere nutzen und hinterfragen das Internet als Bildbereitstellungs- und -verbreitungsmaschine.



Elly Valk-Verheijen


KH_20130312_13:31, 2013, Wand variabel/ Boden variabel auf einer Fläche von ca. 1.96 x 1.80 m, Material Wand: Acryl/Lack/Spachtelmasse; Material Boden: geknüpfte Wolle, Foto: Jens Sundheim

Elly Valk-Verheijen erarbeitet für die Jubiläumsausstellung eine ortsgebundene Installation. In digitalen Fotoaufnahmen der augenscheinlich weissen Wand und des unbunten Bodens findet sie bei der Bildanalyse am Computer Farb- und Formkonstellationen vor, die sie in Form von Malerei oder eines geknüpften Teppichs 1:1 an der Fundstelle des jeweiligen Motivs installiert und damit in die Realität überträgt.



Adriane Wachholz






Caspar Walbeck


Foto: Jens Sundheim

Im Rahmen von "Ausnahmezustand" erwartet uns eine ortsbezogene Arbeit, die an architektonische Gegebenheiten im Künstlerhaus anknüpft. Caspar Walbeck beschäftigt sich mit der Wahrnehmung von Räumen. Dabei kann beispielsweise unser Blick durch sog. "Sehhilfen" die intuitive Orientierung und Fortbewegung im Raum nahezu unmöglich machen, oder wir bewegen uns durch ein labyrinthisches Netz aus Gängen, das einen Raum in seiner ursprünglichen Erscheinung ausblendet und als solchen neu definiert.



Ulrich Weber


ohne Titel / 2013_01; 2013; HBT ca. 140 x 60 x 80 cm; Stahl, Holz, (Wand)



Denise Winter


Kalben_umgekehrt, 2013, Größe variabel, Diaprojektoren-Installation

Kalben heißt der Vorgang wenn größere Eismassen von im Meer endenden Gletschern abbrechen. In meiner Installation „Kalben_umgekehrt“ fügen sich die losgelösten, freischwimmenden Eisberge wieder zusammen. Genau genommen überlagern sie sich in der Projektion und es entsteht eine Zeichnung, die sich im Rhythmus der Diaprojektoren stetig verändert.



Marco Wittkowski (K.i.N.)


Zitronen, Vintage C-Print auf AluDibond hinter 4 mm Plexiglas, 80 x 180 cm, 2012

Zitronen galten in Zeiten der Pest bis zur Entdeckung der Bakterien Ende des 19. Jh. als Trauersymbol. Man trug sie bei Begräbnissen  in den Händen, um sich vor Ansteckung zu schützen. 2012 mikroskopierte ich am ISAS-Institut Dortmund Bestandteile einer Rose und einer Zitrone am Rasterelektronenmikroskop (REM). Die Arbeit „Zitronen“ ist wie ein mittelalterlicher Flügelaltar aus drei REM-Einzelbildern montiert. Ich zeige die Schale einer Zitrone als poetische Landschaft, als endenden Fluss des Lebens. (Marco Wittkowski)



Hannes Woidich (K.i.N.)


Ufer, 46 x 37 cm, C-Print auf Aludibond hinter Plexiglas

Der Fotograf Hannes Woidich zeigt in seiner neunteiligen Reihe "Forst" Nachtlandschaften, die in der Dunkelheit ein phantastisches Eigenleben zu führen scheinen. "Forst" thematisiert die Wandelbarkeit der Dinge in der Wahrnehmung, indem sie buchstäblich in ein neues Licht gesetzt werden. Ein geheimnisvolles Strahlen, Leuchten und Blitzen erhellt Wälder, Lichtungen und dringt bis ins Unterholz vor. Die Beleuchtung erzeugt eine mysteriöse Grundstimmung, eine Entfremdung, die an den staunenden Blick eines Kindes denken lässt.



Konzept und Organisation: Die Mitglieder und Netzwerker des Künstlerhauses
Abbildungen ©: die KünstlerInnen falls nicht anders angegeben
Fotos Eröffnung
©: Jens Sundheim

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