Künstlerhaus Dortmund
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Zwitschern zwischen Zwischenzäunen

Studenten und Alumni der Fachklasse Prof. Monika Brandmeier von der HfBK Dresden präsentieren Arbeiten zum Thema “Grenzlinien” jenseits politischer Sphären.
 

7. Juni - 6. Juli 2014

Eröffnung am Freitag, den 6. Juni um 20 Uhr



Als 'BrandKlasseMeier' gastierten Studenten der Hochschule für Bildende Künste in Dresden 2006 schon einmal im Künstlerhaus. Professorin Monika Brandmeier war selbst Mitglied im Künstlerhaus Dortmund und pflegt bis heute einen engen Kontakt mit diesem. Sie und ihre Studierenden wissen nach wie vor die Tradition des Hauses zu schätzen, Experimentierort und Forum für junge, zeitgenössische Kunst zu sein. In der Ausstellung "Zwitschern zwischen Zwischenzäunen" nutzen die Studierenden diese Kunst-Plattform und den Austausch mit den im Haus lebenden und arbeitenden Künstler/innen.
In ihren Arbeiten zum Thema “Grenzlinien” behandeln die Studierenden, viele kurz vor dem Abschluss stehend oder in ihrem Meisterschülerjahr, das Thema 'Grenze' kulturell, räumlich und formal in Skulptur, Film oder Zeichnung. Laura Eschweiler und Cornelius Grau sind die jüngsten Kunsthochschulabsolventen im Künstlerhaus und durch ihre kuratorische Betreuung der Ausstellung die optimalen Vermittler für die Studenten in die Kunstszene und für die Besucher in die junge Kunstwelt hinein.

Beteiligte Künstlerinnen und Künstler:

Julia Boswank
Lisbeth Daecke
Anna Erdmann / Marit Wolters
Fabian Glass
Olga Grigorjewa
Theo Huber
Konstantin Kunath
Soojung Kim
Georg Lisek
Stephanie Meier
Paul Melzer / Tobias Klich
Lisa Pahlke
Charlotte Perrin
Andreas Schliebenow
Maria Schwerdtner
Magnus Sönning


Eröffnung am 6. Juni



Julia Boswank


Hängende Linie, 2013, Wachs, Aluminium, 200 x 2 x 2 cm

Das Foto zeigt eine dreidimensionale Linie, welche aus Wachs gegossen und nachträglich an die Wand gehängt wurde. Für das Künstlerhaus entsteht eine Linie direkt an der Wand.



Lisbeth Daecke


Langlauf, 2013, Papier, Tusche, 150 x 90 cm (Foto: Photoshop Simulation)

Ein Papierformat ohne rechten Winkel wird anhand einer Linie entlang des unteren Bildrandes parallel zum Boden ausgerichtet.



Anna Erdmann / Marit Wolters


fünfundsechzigfünfzig #2, 2013, Zement, Farbe, -10 x -30 x -20 cm

Die Objekte beeinflussen die Raumerfahrung des Betrachters, indem sie sein Wahrnehmungsfeld neu ausrichten, beziehungsweise einschränken. In ihrer Dimensionierung nehmen sie die durchschnittlichen Maße des menschlichen Körpers samt seinem näheren Umraum auf.



Fabian Glass


Spannstück, 2013-14, Holzleisten, Gummibänder, längste Seite 350 cm, Atelieransicht

Eine Gruppe von flachen Objekten, die    lose aneinander gelehnt stehen oder mit Kontakt zur Wand. Ein Element der Gruppe besteht jeweils aus einem Gummiband, in dem ein paar Holzleisten verspannt sind. Die Konstruktion erhält ihre Stabilität durch Spannung und Reibung aus dem dehnbaren, begrenzenden Rahmen und den festen Hölzern.


Olga Grigorjewa


Plural trägt und es nie vergeht, 2013, Styropor, Holz, Metall, 140 x 240 x 93 cm

Zwei Seiten treffen aufeinander. Die eine schreit und wölbt sich mit allem was sie hat. Die andere schweigt ruhig in die Sachlichkeit des Materials hinein und zeigt, was sie so ist. Das Gebilde lebt in Wiederholung; gleiche Segmente bilden den Körper. Zusammenbauen und wieder Auseinanderbauen machen ihn flexibel.



Theo Huber


Silberschirm, 2013, HD Video, 5’40’’

Ein Mann und eine Frau, verkörpert von der selben Person, bewegen sich durch 3D-animierte Innenräume und Landschaften. Dazu spielt ein Lied, in welchem sich der Erzähler an ein nicht weiter bestimmtes „Du“ wendet und über sich, seine Freunde und die Beziehung zu diesem "Du" sinniert.



Soojung Kim


andere Zunge, 2013, Video, 5’30’’

Deutsche lesen koreanische Gedichte vor, ohne diese zu verstehen. Sie wurden nach dem koreanischen Krieg geschrieben. Dabei hören ihnen Muttersprachler/innen zu, ohne dass die Vorlesenden davon wissen.



Konstantin Kunath


Doppel-Klebebandstruktur, KH Dortmund, 2014, farbiges Klebeband, Maße variabel

Klebebandarbeiten: Die Arbeiten basieren alle auf einem Zufallssystem. Zu Beginn ist das System des Klebens schon vollständig festgelegt, und ich folge nur den vorgegebenen Regeln. Jedesmal, wenn ich eine Arbeit wie diese realisiere, erstelle ich ein neues System insbesondere für den Raum, in dem die Struktur platziert wird. Ich habe Einfluss auf die Parameter des Systems aber nicht das Resultat.



Georg Lisek


from the other side, 2014, Dreikanal-Videoinstallation, Videostill Kanal 2

"from the other side" – Bilder entwickeln Parallelwelten. Deren Protagonisten bewegen sich wie Geister durch einen (digitalen) Raum – mit eigenen Gesetzen und interner Logik. Die Vorstellung, dass diese Wesen in den Bildern Kontakt mit uns, den Betrachtern aufnehmen, ist in vielen Kulturen und Religionen verhaftet.
Das Bild im Film ist mehr als seine Oberfläche. In seiner Erscheinung repräsentiert jedes der drei Bilder weit über seinen Schein hinausgehende quasi-seelische Ungründe. Dass vor allem historische Ikonen diese innerbildliche Erweiterung mit tiefen menschlichem Glauben an ein Höheres, mit Ängsten und Hoffnungen verbinden, ist eine gewaltige Vorstellung, deren Reiz Ausgangspunkt der Videoarbeit „from the other side“ ist.



Stefanie Meier


ohne Titel, 2013, Gewebeplane, Stahl, 190 x 150 x 50 cm

Drei gleiche Stahlelemente wurden mit einer Plane abgedeckt.



Paul Melzer / Tobias Klich


Der Vogelfänger, 2013, Mehrkanal-Soundinstallation, Größe variabel

"Der Vogelfänger" hält derzeit Station in Dortmund und hat seine exotischen Findlinge mitgebracht. Im Künstlerhaus werden sie nun den Blicken der Öffentlichkeit preisgegeben. In seiner Sammlung befinden sich auch einige ganz seltene Exemplare. Schon Robert Schumann hatte versucht, den Gesang dieser besonderen Spezies in seinem berühmten Klavierstück „Vogel als Prophet“ in Musik einzufangen. Hier kann man nun die Originale bestaunen.



Lisa Pahlke


Spurensuche, 2014, geklebtes Holz, 49,5 x 67 cm

Ursprünglich war dieses Holzmuster ein Modell, welches aus Restholzstücken speziell für das Künstlerhaus Dortmund gebaut wurde. Die kleine Skulptur der Idee wurde interessanter als die einst geplante Konstruktion. Durch das Zersägen und Neuzusammenfügen der Holzscheiben des Modells entstand eine Strukturenlandschaft, die nur noch Spuren des ursprünglichen Einfalls aufwies.
Vorhandenes zu nutzen und die Aspekte der physischen Präsenz vorgefundener und veränderter Materialien zu betonen, ist das Wesen der Arbeiten.



Charlotte Perrin


Journal spectral, 2011, Pauspapier, Tinte, 50 x 32,5 cm

"Journal spectral" ist ein fragiles Objekt aus Pauspapier von der Größe einer Zeitung, das man durchblättern kann. Zu sehen sind Linien und viereckige Formen, die mit einem dünnen Filzstift gezeichnet wurden.         



Andreas Schliebenow


Wohin, 2013, Alufolie, Schuttholz, Nägel, Maße variabel



Maria Schwerdtner


von Falkusovce nach Dubravka, 2014, Film/optional Mehrkanal, HDTV 16:9, 15’, Videostill

Jedes Jahr fahre ich zusammen mit meiner Mutter in die Ostslowakei. Dort besuchen wir unsere Verwandten in ihrem Heimatdorf Falkusovce. Als wir bei unserem diesjährigen Besuch an den ersten Tagen, wie üblich, durch das Dorf spazierten, blieb meine Mutter an der kleinen Verbindungsstraße zum Nachbardorf Dubravka stehen. Sie wunderte sich und erzählte mir, dass sie noch nie dort war. Die Strecke habe sie zwar als Kind mit der Schulklasse ausgemessen – aber nur bis zu dem Friedhof, der etwa auf der Hälfte der Strecke liegt. Das waren ungefähr 1,5 km. Niemand sei damals in das Nachbardorf gegangen. Und auch von „Drüben“ habe man keinen gekannt. Eigentlich sei es in der Region um Falkuovce üblich, im Austausch mit den Nachbargemeinden zu stehen und zum Beispiel von Dorf zu Dorf zu heiraten. Als ich meine Verwandten und Bekannten dazu befragte, bekam ich weitere Dinge zu hören, die meine Neugier wachsen ließen. Die 3 km zwischen Falkuovce und Dubravka scheinen unüberwindbar.



Magnus Sönning


(noch ohne Titel), 2014, Holzlatten, Baufolie, Ventilatoren, (Maße nocht nicht fest)

Ein bizarres Belüftungs-Objekt erstreckt sich im Ausstellungsraum des Künstlerhauses Dortmund. Anscheinend will es mittels Ventilatoren und unterschiedlicher Kanalmodule die Luft innerhalb des Raumes verlagern. (Produktmuster kann vom Originalprodukt abweichen)



Konzept und Organisation: Laura Eschweiler, Cornelius Grau
Abbildungen Werke ©: die KünstlerInnen, falls nicht anders angegeben
Texte zu den Arbeiten ©: die KünstlerInnen, falls nicht anders angegeben
Ausstellungsansichten ©
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Fotos Eröffnung ©: Anett Frontzek

Freundlich unterstützt von:
Kulturbüro Dortmund, Sparkasse Dortmund, DEW 21