Urban Meets Rural Residency

Künstler*innenhaus Dortmund meets Kebbel Villa

Der Austausch zwischen der Kebbel Villa in Schwandorf und dem Künstler*innenhaus Dortmund bietet seit 2025 Künstler:innen beider Häuser die Gelegenheit, ihre künstlerische Arbeit in einer neuen Umgebung fortzusetzen und zu erweitern. Im Rahmen dieses Programms können die Teilnehmer:innen für einen Monat vom ländlichen Raum in den urbanen Raum wechseln – und umgekehrt.

Diese Möglichkeit, die gewohnte Umgebung zu verlassen und in eine völlig neue Atmosphäre einzutauchen, macht den Austausch besonders spannend. Die Künstler:innen können so die Einflüsse und Dynamiken sowohl eines natürlichen, ländlichen Kosmos als auch einer pulsierenden, städtischen Kunstszene erleben und in ihre Arbeit einfließen lassen.

Durch den Austausch zwischen der Kebbel Villa und dem Künstler*innenhaus Dortmund wird so nicht nur der künstlerische Dialog zwischen den beiden Orten gestärkt, sondern auch die Möglichkeit geschaffen, die inspirierenden Unterschiede zwischen ländlichen und urbanen Räumen kreativ zu nutzen.

Das jeweilige Gastgeber:innenhaus sucht die Teilnehmer:innen sorgfältig aus einer Shortlist passender Künstler:innen aus: Das unterstreicht den konspirativen Charakter des Programms. Finanziert wird das Stipendium durch die Vereine der beiden Künstler*innenhäuser.

2026

Andrea Veselá

Den architektonischen Raum verstehe ich als einen übergreifenden, immer präsenten, noch ohne angenommene Form; ein Raum von dessen Existenz selbst die Architekten nicht wissen, dass es existiert. Mithilfe der Fotografie untersuche ich Fragen der Intention, der sich verändernden Perspektive, die Konzeption des privaten Raums sowie die Fragilität von Zugehörigkeit. Dabei ist die Fotografie jedoch nicht das endgültige Medium, sondern ein raumgreifender Schnitt, auch ein Archiv, das die Form einer im physischen Raum verankerten Installation annimmt. So entstehen Installationen, die sich oft den Gesten der minimalen Verschiebungen bedienen und so die Verschränkung der persönlichen und kollektiven Geschichten enthüllen.
Im Rahmen von Public Arts München wurde zuletzt eine Klangintervention im öffentlichen Raum der ehemaligen Zentrale von Radio Free Europe in München realisiert. Ich durfte die ⋮ interelliptic Platform initiieren, eine Reihe von Ausstellungsstrukturen, die das Kreuzen von Zeitzonen als Modus operandi bei der Schaffung gemeinsamer internationaler Räume interpretiert. Die Auseinandersetzung mit der fotografischen Abstraktion domestischer Räume ist ein wiederkehrendes Thema in meiner Praxis. 
Andrea Veselá (*1991, Bratislava) studiert derzeit als Meisterschülerin von Olaf Nicolai an der AdBK in München und ist zugleich ausgebildete Architektin (TU München).

www.unbuilteggwhites.org

2025

Mara Pollak

In welcher Welt bedarf der Mensch zu leben – gesellschaftspolitisch, öffentlich, wie auch im Privaten? Diesem immanenten Bedürfnis, welches sich häufig im Grenzbereich des Scheiterns bewegt, begegnet Mara Pollak in ihren Arbeiten mithilfe des Mediums der Fotografie – welches häufig installativ, mit Objekten, Sound oder bewegten Bildern kombiniert wird.
Sie widmet sich in ihren Arbeiten der Betrachtung menschlicher Existenz innerhalb gesellschaftspolitischer Strukturen, um komplexe soziokulturelle Narrative sichtbar zu machen. Durch ihre reduzierte, zugleich eindringliche Bildsprache vereint sie präzise Dokumentation mit ästhetischer Reflexion und eröffnet subtile Einsichten in das Zusammenspiel von Raum, Identität und dem Politischen.
Ihre Auseinandersetzung mit verborgenen, unscheinbaren Sujets schafft Werke, die bestehende Perspektiven herausfordern, um alltägliche Wirklichkeiten neu zu denken und die Betrachtenden für tiefere, oft unbemerkte soziale Strukturen sensibilisieren.
Mara Pollak (*1986 in Oberwesel am Rhein) graduierte 2021 als Meisterschülerin von Julian Rosefeldt an der Akademie der Bildenden Künste München und erhielt 2018 den Förderpreis für Fotografie der Stadt München. Zuletzt waren Ihre Arbeiten in der Staatsgalerie Stuttgart und dem Goethe-Institut Paris zu sehen. 

www.marapollak.com