Im Fokus der Ausstellung stehen Klanginstallationen, die unterschiedliche Möglichkeiten der synästhetischen Wahrnehmung eröffnen. Das Hörbare und das Visuelle verschmelzen gleichberechtigt und symbiotisch zu raum-zeitlichen Ereignissen, deren variable Ausprägungen und prozesshaft Strukturen nicht zuletzt von Zeitpunkt und Position des Besuchers im Raum abhängen.
 

Eröffnung

Anja Erdmann

Motoren als Klangerzeuger und Leds als Beleuchtungselemente entwickeln mittels digitaler Steuerung ein zeitlich strukturiertes Bewegungsszenario. Auge und Ohr werden dabei zugleich angeregt und formulieren ein Wechselspiel visueller und akustischer Reize.
"Raumsucher" experimentiert mit der Differenz zwischen Objekt und Projektion, Konstruktion und Imagination. Eine Suche nach Perspektiven von Raumwahrnehmung.

anja-erdmann.de
 

Miriam Hamann

Die Arbeit 3'2,2m3 resultiert aus einer Auseinandersetzung mit der skulpturalen Objekthaftigkeit alltäglicher Gegenstände und der Funktion von Klang als immateriellem Material. Aus Lüftungsschächten geformte Objekte rufen zunächst den Eindruck einer rein skulpturalen und statischen Arbeit hervor. Doch in den einzelnen Lüftungskanälen sind Überdruckklappen eingebaut, deren Lamellen durch angesteuerte Ventilatoren in Bewegung gesetzt werden. Diese Steuerung variiert und wird wie eine Komposition eingesetzt.

miriamhamann.com

 

Christoph Illing

"Brain Decomposition | sound installation 1" vermittelt die räumliche
Beschaffenheit von Gehirnströmen. Durch die mehrkanalige Komposition werden Aufnahmen von Gehirnströmen in ihrer Räumlichkeit im Schädel hörbar. Die Aufzeichnungen stammen aus einem sprachwissenschaftlichen Experiment, bei dem 30 am Schädel befestigte Elektroden als Klangquellen dienen. (Komposition produziert im ZKM, Institut für Musik und Akustik und im Studio für Elektronische Musik der TU Berlin, Fachgebiet Audiokommunikation)

sinuous.de

Martina Lussi

Mitten im Ausstellungsraum befindet sich ein Scheinwerfer, welcher einen Lichtkreis auf den Boden projiziert. An der Wand hängt ein Kopfhörer mit iPod, daneben ein Schild mit dem Titel der Arbeit und einer Anweisung an den Besucher: "Setze den Kopfhörer auf und starte das Stück auf dem IPod. Gehe gegen den Uhrzeigersinn auf dem Umriss des projizierten Kreises bis das Stück zu Ende ist." Aus Aufnahmen der elektrischen Gitarre entstand eine ruhige, sphärische Komposition, welche mittels versetzter Wiederholungen immer wieder neue Soundstrukturen generiert.

martinalussi.ch

Evgenija Wassilew

Verschieden lange Glasrohre wurden bei einer Fahrtbeschleunigung bis auf 220 km/h aus dem Fenster eines Autos heraus in den Wind gehalten, womit der Gegenwind die Geschwindigkeit eines Orkans erhielt. Die Wucht des Windes lenkte die Tonfolgen vom Pfeifen und windschlagartigen Geräuschen bis hin zum Übersteuern des im Inneren des Glasrohrs fixierten Mikrofons. Winzige Lautsprecher spielen die Klänge und Geräusche in den Glasrohren wieder ab. Sie werden durch Aluminiumrohre gestützt und mithilfe von Fäden an der Decke im Raum ausbalanciert. Wie visuelle und akustische Graphen im Raum greift die Installation die physische Instabilität der Aufnahmesituation wieder auf.

evgenija-wassilew.com


 

Achim Zepezauer


Die "Cardtalk Cutting Lathe" ist eine Maschine, mit der Sprache auf die Rückseite von ausgedienten CDs geschnitten werden kann. Die fertigen Exemplare können auf normalen Plattenspielern abgespielt werden. Die Verpackung ist allerdings ebenfalls ein stromloser Phonograph aus Karton, der in den 1960ern von Missionaren eingesetzt wurde.

kuhzunft.com