
Mit der Ausstellung Next of Kin! richtet das Künstler*innenhaus Dortmund den Blick auf Positionen aus seinem erweiterten Umfeld: die KiNs – Künstler:innen im Netzwerk. Gezeigt werden Arbeiten von Wegbegleiter:innen, die das Haus über viele Jahre unterstützt, geprägt und mitgestaltet haben, deren Werke jedoch bislang nur selten gemeinsam zu sehen waren.
Next of Kin! versteht sich weniger als Rückschau denn als bewusste Setzung in die Gegenwart. Die Ausstellung macht sichtbar, welche Qualität, Vielfalt und Eigenständigkeit im Netzwerk des Künstler*innenhauses verankert sind. Unterschiedliche Medien, Arbeitsweisen und Haltungen treten in einen offenen Dialog und zeichnen das lebendige Bild einer lokalen Szene, die von Austausch, Engagement und gegenseitiger Unterstützung getragen wird.
Mit Next of Kin! öffnet das Künstler*innenhaus einen Raum für jene Positionen, die jenseits formaler Mitgliedschaften wesentlich zur Identität des Hauses beitragen. Gemeinschaft erscheint hier nicht als Hintergrund, sondern als aktives Potenzial – als etwas, das durch Zusammenarbeit, Nähe und geteilte Praxis immer wieder neu entsteht.

Patrick Borchers arbeitet mit Zeichnung, Video und Fotografie und erkundet in seinen Arbeiten situative Übergänge zwischen figürlicher Geste und konkretem Raum. Seine medienübergreifende Praxis reflektiert Aspekte von Präsenz, Körper und Umfeld im künstlerischen Kontext.

Marc Bühren entwickelt kleinere wie auch raumgreifende Werke, die sich thematisch hauptsächlich mit dem Anthropozän auseinandersetzen. Er arbeitet mit klassischem Druck, manuellem 3D-Druck sowie traditionellen Papierfalttechniken und erweitert seine künstlerische Praxis durch die Erarbeitung audiovisueller Installationen. In der Verbindung unterschiedlicher medialer und handwerklicher Verfahren eröffnet er vielschichtige Denk- und Assoziationsräume.

Andreas Drewer arbeitet experimentell mit Video und installativen Formaten. In seinen Arbeiten setzt er sich mit urbanen Räumen, Bewegung und Klang auseinander und entfaltet mediale Reflexionen über Wahrnehmung und Zeit, die im Kontext spezifischer Orte neue Bedeutungen gewinnen.

Tina Dunkel arbeitet intermedial mit Video, experimenteller Fotografie, Zeichnung, Sound und performativen Elementen. Ihre künstlerische Praxis zeichnet sich durch eine sinnlich-experimentelle Auseinandersetzung mit den Bedingtheiten von Medien, Bildern, Sprache und räumlichen Situationen aus. Dunkels Arbeiten schaffen vielschichtige, temporale Bild- und Klangwelten, in denen visuelle Analogien ebenso verhandelt werden wie kulturelle, ökologische und politische Bezüge.

Etta Gerdes ist bildende Künstlerin mit einem Schwerpunkt auf Fotografie. In ihren Arbeiten lotet sie die Wahrnehmung von Raum und Zeit aus und setzt fotografische Mittel ein, um gewohnte Perspektiven zu verschieben und subjektive Erinnerungslandschaften zu entwerfen.

Silvia Liebig arbeitet medial vielfältig zwischen Zeichnung, Collage, Bewegtbild und Installation. Ihr künstlerisches Interesse gilt den zugrundeliegenden Strukturen des Lebens und der Wahrnehmung, die sie sowohl formal als auch inhaltlich erkundet. Sie ist international präsent und beteiligt sich regelmäßig an Ausstellungen und künstlerischen Projekten.

Dagmar Lippok schafft konzeptuelle Arbeiten, die zwischen Installation, Objekt und abstrakter Narration angesiedelt sind. Ihre künstlerische Praxis reflektiert oft Formen von Identität und Erinnerung anhand materialbezogener Strategien, die der Wahrnehmung des Betrachters neue Zugänge ermöglichen. Mit Jens Sundheim realisiert sie inklusive künstlerische Projekte.

Paola Manzurs Arbeiten zeichnen sich durch eine Kombination aus traditionellen und aleatorischen Techniken aus. Sie verwendet unterschiedliche Druckverfahren und Materialien, um komplexe und vielschichtige Oberflächen zu schaffen. Die Serie „Plastiktüte“ untersucht eine flexible Matrix, die durch manuelle Manipulation organische Formen in den Druck überträgt. Diese Serie lässt sich beliebig erweitern, solange die Materialeigenschaften der Matrix es zulassen.

Babette Martini arbeitet mit Ton als zentralem Material, das durch Gussformen und unterschiedliche Brenntechniken besondere Oberflächen und Strukturen entwickelt. Ihre skulpturalen Arbeiten reflektieren menschliche Spuren, Fragmentierung und Transformation. Ton wird dabei zum aktiven Partner im Gestaltungsprozess, der körperliche Präsenz, Verletzlichkeit und Materialität sichtbar macht.

Ulrike Rutschmann entwickelt Malerei und Mixed-Media-Arbeiten, die oft in figürlichen und narrativen Bezügen stehen, aber zugleich Farbräume und abstrakte Formfindungen erkunden. Ihre Arbeiten verhandeln zwischen Gegenständlichkeit und eigensinniger Bildlogik.

Corinna Schnitts vielschichtiges Werk verknüpft inszenierte Alltagsszenen, präzise Bildkompositionen und subtile narrative Strukturen zu Formatübergreifenden filmischen Arbeiten. Oft greift Schnitt scheinbar banale Situationen auf, die sie durch sorgfältige Inszenierung und Timing in humorvoll gebrochene, kritische Bildräume übersetzt – ein Spiel mit Normen, Routinen und Wahrnehmungsgewohnheiten. In ihren Videos und Filminstallationen lotet sie soziale Rollen, mediale Erzählweisen sowie das Verhältnis von Innen- und Außenraum aus. Schnitts Arbeiten wurden international in Museen und Festivals gezeigt, u. a. im Sprengel Museum Hannover und im Museum Ludwig.

Marco Wittkowski ist Dokumentar- und Architekturfotograf. Wiederkehrend reflektiert er städtebauliche Entwicklungen, Urbanität und Subkultur. Seit 2019 dokumentiert er den Transformationsprozess im Dortmunder Hafenquartier. Er leitet die Geschäftsstelle des Deutschen Werkbund Nordrhein-Westfalen (DWB) und ist europaweit in Ausstellungen und Sammlungen vertreten.

Denise Winter entwickelt ein konzeptuell geprägtes Werk, das Landschaft, Stadt und Architektur in geometrische Formen und modulare Bildsysteme überführt. In Wandarbeiten, Objekten und Installationen übersetzt sie visuelle Eindrücke in präzise strukturierte Kompositionen zwischen Abstraktion und räumlicher Erfahrung. Mit analogen und digitalen Verfahren untersucht sie Wahrnehmung, Ordnungssysteme und das Verhältnis von Bild, Raum und Zeit. Ihre Arbeiten wurden in institutionellen Ausstellungen und im öffentlichen Raum gezeigt.

Adriane Wachholz arbeitet mit Zeichnung, Installation und Video. Ihre künstlerische Praxis verbindet zeitgenössische Ansätze mit einer intensiven Auseinandersetzung mit Material und Raum; sie ist mehrfach ausgezeichnet und ist in nationalen wie internationalen Kontexten präsentiert.
28. März - 3. Mai 2026
Preview / Kuratorinnenführung
Freitag, den 27. März, 17.30 Uhr
Eröffnung
Freitag, den 27. März, 19 Uhr
Künstler:innen:
Patrick Borchers
Marc Bühren
Andreas Drewer
Tina Dunkel
Etta Gerdes
Silvia Liebig
Dagmar Lippok
Paola Manzur
Babette Martini
Ulrike Rutschmann
Corinna Schnitt
Marco Wittkowski
Denise Winter
Adriane Wachholz
Kuratorinnen
Dr. Pia Wojtys, Maja Siepmann
Titelgrafik: Lea Szramek
Abbildungen Werke: © die Künstler:innen
Freundlich unterstützt durch:
Kulturbüro Dortmund, Bergmann Bier